Details

  • Veröffentlicht am 2018/01/26
  • Regie
  • Filmgenre
  • Laufzeit 01h54
  • Beschreibung

Anrührendes Drama über einen Zehnjährigen mit entstelltem Gesicht, das sich seine Emotion und Tränen ehrlich verdient. Nur wo Walden Media draufsteht, ist dann auch emotionales Erbauungskino mit christlicher Botschaft drin. Das traf auf frühe Walden-Filme wie Die Chroniken von Narnia zu, das trifft auf Wunder zu, die dritte Regiearbeit des Schriftstellers Stephen Chbosky. Tatsächlich sind die ersten 15 Minuten dieses Films über einen Zehnjährigen mit von Geburt an entstelltem Gesicht, der sich aus dem behüteten Schoß seiner Familie in die Schule wagt und aller Widerstände zum Trotz durchsetzt, so angefüllt mit zuckersüßer Musik, tiefen Blicken und gnadenloser Warmherzigkeit, dass man vermutlich das Kino verlassen würde, wenn man nicht wüsste, dass es sich um den neuen Film des Machers von Vielleicht lieber morgen handelt, einen der besten Filme über das Erwachsenwerden und den Schmerz erster Liebe der letzten Jahre. Der Vertrauensvorschuss zahlt sich aus, denn Wunder ist ein solches, ein Film, der ans Herz geht und zu Tränen rührt - und sich diese Emotionen verdient hat. Die Verfilmung des Romans von R.J. Palacio steht deutlich in der Tradition von Peter Bogdanovichs Die Maske aus dem Jahr 1985. Er hat ein Gespür für seine Figuren und ein großes Herz auch für die Charaktere, die hier zunächst als Antagonisten angelegt scheinen. Jeder hat seine Gründe, heißt es in Renoirs Die Spielregel. Chbosky beherzt das auf eine Weise, die den Film einerseits entwaffnend sein lässt, aber auch eine Struktur verleiht, die komplexer ist, als es die ersten, leicht enervierenden Szenen vermuten lassen würden. Wunder bleibt eben nicht immer bei seiner Hauptfigur Auggie Pullman, ein ausgesprochen aufgeweckter Junge, gespielt von dem bemerkenswerten Jacob Tremblay aus Raum, der daheim von seiner Mutter unterrichtet wird, die alles für ihn aufgegeben hat: Wenn Auggie sein Zuhause verlässt, dann trägt er einen Astronautenhelm - lieber sich auslachen lassen, als von den Menschen wie ein Freak angestarrt zu werden. Rückhalt findet er nicht nur bei der von Julia Roberts mit einem Maximum an besorgtem Rehaugenblick gespielten Mama, sondern auch bei seinem lässigen Dad, den Owen Wilson als lässigen Surferdude im Geschäftsanzug spielt, und seiner älteren Schwester Via. Als man sich gerade daran gewöhnt hat, dass man nun Auggie dabei zusieht, wie er sich mit der harschen Realität in seiner neuen Schule arrangiert, wo ihn andere Jungs wegen seines Aussehens als Barf Hideous verhöhnen, da schwenkt Chboskys ein Kapitel lang zu Via und was es für sie bedeutet, mit einem besonderen Bruder aufzuwachsen, der stets im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Und dann zu ihrer ehemals besten Freundin, die auf einmal nichts mehr von ihr wissen will, wie es scheint. Und dann zu einem Jungen, der sich mit Auggie angefreundet hat und ihn auf einmal vor den Klassenkameraden blamiert. Weil Chbosky sich auch für sie Zeit nimmt und zeigt, warum sie machen, was sie machen, entsteht ein schönes Kaleidoskop, ein Sinn für Gemeinde und Gemeinschaft: Als Freak und unverstanden kann man sich auch fühlen, wenn das Gesicht nicht entstellt ist. Wenn Wunder am Ende ein Happy-End hat, dann fühlt es sich nicht forciert ein, sondern erarbeitet im Einverständnis mit dem Publikum. Und dafür nimmt man auch den zuckersüßen Score in Kauf. ts. Quelle: Blickpunkt:Film

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